Sprachstelle - Vortrag

Leichte Sprache

21.10.2019 ; 20:00 ; Bozen, Landesbibliothek Dr. Friedrich Teßmann

Welchen Beitrag leistet sie zur Sprachkultur?

„Leichte Sprache“ geht weit über das hinaus, was wir als Richtlinien für verständliches Schreiben kennen. Leichte Sprache ist der Versuch, schriftliche Informationen durch eine reduzierte Sprache möglichst „barrierefrei“ anzubieten. Sie richtet sich dem Selbstverständnis nach an Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung, mit Lernschwierigkeiten, mit geringen Lesekompetenzen, mit geringen Sprachkenntnissen, an Demenzkranke usw. Das Bemühen um sprachliche Barrierefreiheit wird allgemein begrüßt. Gleichzeitig wird die Umsetzung „Leichter Sprache“ in der Öffentlichkeit auch kontrovers diskutiert. Kritiker befürchten, dass mit einer starken Vereinfachung und der strikten, regelbasierten Begrenzung der sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten, wie die „Leichte Sprache“ sie größtenteils vertritt, auch eine Verarmung der Sprachkultur einhergehen könnte.

Die Linguistin Bettina M. Bock hat im Rahmen empirischer Verständlichkeitsstudien untersucht, ob „Leichte Sprache“ den Zugang zu Texten für die Zielgruppe tatsächlich erleichtert. In ihrem Vortrag wird sie das Konzept „Leichte Sprache“ ausgehend von seiner Entwicklungsgeschichte vorstellen und anhand ausgewählter Forschungsergebnisse erläutern, welche Maßnahmen für welche Zielgruppe sinnvoll sind. Außerdem wird sie erste Ergebnisse aus einer Analyse des öffentlichen Diskurses um das Phänomen vorstellen: Wie wird „Leichte Sprache“ von verschiedenen Akteuren gesehen? Wird sie überwiegend akzeptiert oder abgelehnt, und was genau ruft eigentlich Kritik hervor? Und nicht zuletzt: Wie stehen die Zielgruppen zu „Leichter Sprache“?

Referentin: Jun.-Prof. Dr. Bettina M. Bock, Institut für deutsche Sprache und Literatur, Universität zu Köln
Zeit: Montag, 21. Oktober, 20 Uhr
Ort: Landesbibliothek Dr. F. Teßmann, Armando-Diaz-Straße 8, Bozen
Eintritt frei

Eine Veranstaltung der Gesellschaft für deutsche Sprache/Zweig Bozen in Zusammenarbeit mit der Landesbibliothek Dr. F. Teßmann und der Sprachstelle im Südtiroler Kulturinstitut



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