Theater


Was wäre ein Leben, wenn es nichts mehr darin gäbe, wofür es sich zu kämpfen lohnt?
Ob man es nun „Kampfgeist“ nennt oder etwas friedlicher „Passionsvermögen“: Der Mensch braucht etwas, das ihn antreibt, das seinem Leben Sinn gibt und  Kraft bei Gegenstrom.
Die Stücke dieser Spielzeit erzählen spannende Geschichten darüber: „Don Quijote“ ist nicht nur der Ritter von der traurigen Gestalt, der gegen Windmühlen kämpft, sondern auch ein Idealist, der mit viel Phantasie sein Ziel  verfolgt. Vom schwierigen Kampf um Liebe, Glück und Zuneigung erzählt Joël Pommerat in seinem Stück „Die Wiedervereinigung der beiden Koreas“.
Wie sehr die Liebe von Eltern herausgefordert werden kann und wieviel Kampfgeist die  Verantwortung fürs eigene Kind erfordert, wird in Florian Zellers Drama „Der Sohn“ spürbar.
Wieviel Kraft eine Liebe zwischen kulturellen Gräben kostet, erfährt man in Wajdi Mouawads Stück „Vögel“. Dass aber zwischen dem Kampf ums eigene Recht und skrupelloser Selbstjustiz auch ein schmaler Grat sein kann, verdeutlicht Heinrich von Kleist mit seinem „Michael Kohlhaas“. Und auch in Yasmina Rezas Komödie „Der Gott des Gemetzels“ wird uns vorgeführt, wie sehr der gutgemeinte  Einsatz fürs eigene Kind entgleisen kann …

Bei so viel „Kampfgeist“ im Programm lag das Motto auf der Hand. Nicht mit scharfen Waffen, höchstens mit scharfen Worten wird es die Spielzeit 2020/21 begleiten.